Late Night II

Late Night II

Lautenkonzert mit ausgewählter Barocklyrik

Lautenmusik mit ausgewählter Barocklyrik «Dogs, Shoes and Whistles»

Bachtage 2018: Bach Late Night 2

Datum, Zeit & Ort:

Freitag, 17. August 2018
22:00 Uhr
Grubenmann-Museum, Zeughaus Teufen AR

Programm:

Lautenmusik von John Dowland (1563-1626), Anthony Holborne (ges. 1603), John Johnson (gest. 1594) und William Byrd (1542-1623)

  • Fare Thee Well (Holborne), Muy Linda (Holborne), My Selfe (Holborne), Mad Dog (Holborne)
  • Johnson’s Jewell (Johnson), The Carman’s Whistle (Johnson)
  • The Cobbler (Anonymous), Passion (Holborne), The Shoemaker’s Wife (Dowland)
  • Pavana Bray (Byrd), The Fairy Round (Holborne)
  • Pavan (Holborne), It fell on a holy eve (Holborne), Heigh Ho Holiday (Holborne)

Mitwirkende:

  • Hopkinson Smith, Laute
  • Peter Kner, Sprecher

Hopkinson Smith wurde in New York geboren und schloss mit seinem Studium an der Harvard University mit Auszeichnung ab. Ein Jahr später übersiedelte er nach Europa, wo er in Katalonien und der Schweiz studierte. Er wurde in zahlreiche Kammermusikprojekte involviert. Seit Mitte der 80er-Jahre hat er sich fast ausschliesslich auf Solostücke für frühe Zupfinstrumente wie die spanische Vihuela, die barocke Gitarre und die französische Laute fokussiert. Seine im Jahr 2000 veröffentlichten Lauten-Arrangements von Bachs Violinsonaten und -partituren wurden weltweit von der Presse gerühmt. Seine letzte Aufzeichnung von «Mad Dog» gehört zu den Highlights der goldenen Jahre englischer Lautenmusik.

Peter Kner besuchte die Schauspielschule an der staatlichen Musikhochschule Hamburg. Nach mehreren Engagements in Deutschland kam er 1969 in die Schweiz zurück. Seine Haupttätigkeit war als Sprecher beim Radio Zürich in diversen Hörspielen und Literaturlesungen und beim Schweizer Fernsehen als Off-Sprecher verschiedener Sendungen. U.a. verlieh er über 40 Jahre lang dem «Kassensturz» seine Stimme. Seit seiner Pensionierung liest er Belletristik bei der Blindenhörbücherei SBS und tritt seit 2012 für die J. S. Bach-Stiftun gan den Konzertveranstaltungen «Zwischen den Zeiten» auf. Den von Dr. Hardy Ruoss ausgewählten Texten verleiht er dort seine Stimme.

Eintrittspreis:

CHF 30.-

Ermässigung:

Kinder, Jugendliche, Studenten, KulturLegi: CHF 15.-

An diesem zweiten Abend zeigt Hopkinson Smith die tänzerisch heitere Kehrseite der elisabethanischen Lautenmusik. Titel wie «Schuhmachers Weis» und Holbornes «Verrückter Hund» lassen dies schon erahnen. Die Texte dazu sprechen die Geburtsstunde des modernen Menschen an. Dazu Dr. Hardy Ruoss, der die Texte ausgewählt hat: «Der Mensch, im Mittelalter noch hilflos ausgesetzt im Jammertal dieser Erde, schwingt sich in der Renaissance zum Mass aller Dinge auf. Wo eben noch Hunger und Krieg, Pest und Tod regierten, verbreiten die neu aufkommenden Naturwissenschaften, die Eroberung neuer Kontinente und Erfindungen aller Art eine nie gekannte Zuversicht im Diesseits. Der Mensch entdeckt sich als eigenständiges Individuum, zugetan allen Genüssen, offen für Liebe und Erotik. Dabei bleibt er sich seiner Hinfälligkeit, nicht zuletzt in der Erfahrung von Liebesleid und Endlichkeit, nach wie vor bewusst. Weltliterarische Zeugnisse von Martin Opitz bis William Shakespeare, von Torquato Tasso bis Lope de Vega – allesamt Zeitgenossen der Komponisten des heutigen Abends – geben Einblick in das strahlende Selbstbewusstsein ebenso wie in die dunklen Selbstzweifel des Renaissancemenschen.»