Akademie II – «Untertänigster Diener» oder «Grosser Herr und starker König»?

Akademie II – «Untertänigster Diener» oder «Grosser Herr und starker König»?

Überlegungen zu Bachs Weltbild

Die Akademien der Appenzeller Bachtage bringen neue Erkenntnisse der Bach-Forschung mit praktischen Ansätzen sowie interdisziplinären Zugängen aus dem Bereich der Kunstgeschichte und Literatur zusammen. Sie fördern die Auseinandersetzung mit Bachs musikalischem Schaffen und lassen beim Publikum ein erweitertes «Bach-Bild» heranreifen. Ausgewiesene Forscher und kundige Praktiker referieren und diskutieren Konzepte einer Annäherung an Bachs grosses Erbe.

Bachtage 2018: Akademie 2

Datum, Zeit & Ort:

Donnerstag, 16. August 2018
11:00 Uhr
Lindensaal Teufen AR

Mitwirkende:

Dr. Michael Maul, Leipzig

Dr. Michael Maul studierte in Leipzig Musikwissenschaft, Journalistik und Betriebswirtschaft. Seit 2002 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Archiv Leipzig tätig. Er widmet sich der systematischen, wissenschaftlichen Erschliessung von Archiven in Mitteldeutschland und Osteuropa. International bekannt wurde er durch die Entdeckung der Arie «Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn» (BWV 1127) in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek 2005. Dr. Maul ist Dozent und Lehrbeauftragter und war Gastprofessor an verschiedenen Universitäten. Er ist Mitglied im Vorstand der Neuen Bachgesellschaft, seit kurzem Leiter des Bachfests Leipzig und Autor der Sendereihe «Universum JSB» auf Deutschlandfunk Kultur.

Eintrittspreis:

CHF 20.-

Ermässigung:

Kinder, Jugendliche, Studenten, KulturLegi: CHF 10.-

Um ehrlich zu sein: Es ist de facto unmöglich, heute auf der Basis der wenigen erhaltenen Dokumente die Weltanschauung Bachs und seine Stellung in zeitgenössischen politischen, religiösen und philosophischen Fragen zu rekonstruieren. Und dafür – was gelegentlich passiert – seine Kompositionen heranzuziehen, ist ein ebenso riskantes Unterfangen.

Auf der Basis eines kritischen Blicks auf verschiedene Episoden aus Bachs Leben nähert sich das Modul der Fragestellung aus dem Titel an. Gemeinsam wird darüber nachgedacht, inwiefern Bach überhaupt mit den grossen Debatten der Zeit persönlich konfrontiert wurde und wie er sich in verschiedenen Lebenssituationen gegenüber den Obrigkeiten als einem zentralen Teil seiner Umwelt positionierte. Kurzum: Das Publikum erwartet ein facettenreiches Bild Johann Sebastian Bachs – das notgedrungen weisse Flecken haben wird.